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Am 7. Oktober startete ich zu einer einwöchigen Radtour im Elass. Etappenweise mit dem Regionalzug fuhr ich, teilweise begleitet von Rennradfahrern, zum vereinbarten Treffpunkt in Breisach. Dort hatte ich mich mit Nadine verabredet, eine Radlerin aus der Schweiz, die ich auf der Rückreise von meiner Nordkap-Tour im Sommer kennengelernt habe. Nadine ist bis Basel mit dem Zug, den Rest mit dem Fahrrad angereist.
Gemeinsam verbrachten wir eine wunderschöne Zeit im goldenen Oktober, bei (fast) perfektem Sonnenwetter durch bunte Herbstwälder.

 

Wir fuhren zunächst von Breisach nach Colmar. Die hübsche Altstadt von Colmar mit ihren typischen elsässischen Fachwerkbauten zieht natürlich sehr viele Touristen an. Danach ging es nordwärts weiter bis nach Riquewihr. Der morgendliche Nebel lichtete sich und die Reben strahlten golden. In Riquewihr genossen wir in der warmen Sonne am Nachmittag unser Mittagessen. Im mittelalterlichen Ort waren viele Touristen. Nach dem Ort nahmen wir den ersten längeren Anstieg in Angriff. Die schmale Straße verlief durch Kastanienwälder. Viel Laub lag am Straßenrand. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir den Stausee Lac Noir. Mitten auf dem Uferweg bauten wir unser Zelt auf.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter zum Lac Blanc, wo es im Winter eine Skistation gibt. Dort ließen wir die Räder kurz stehen und wanderten ein kurzes Stück zu einem Aussichtspunkt hoch. Vom Aussichtspunkt her konnten wir bis ins Rheintal blicken, das im Nebel verhüllt war.

 

Am Col du Louchbach bogen wir in eine kleine Straße ab, die uns tief hinab ins Meurthe-Tal brachte. Dort folgten wir der D23 bis nach Fraize, wo wir uns mit Proviant für die nächsten Tage eindeckten. Wir radelten weiter ins nächste Tal entlang des Flusses Petit Meurthe wieder nach Süden zurück. Unterwegs hielten wir an und genossen auf einer Wiese die warme Oktobersonne. Nach einem kurzen Mittagsschlaf setzten wir unsere Fahrt fort, vorbei am Lac de Longemer. Leider hatte ich einen Platten, so  musste ich den Schlauch wechseln. Am Ende des Tages erreichten wir unser Ziel, den See Lac de Lispach, wo wir am Ufer unser Nachtquartier aufbauten. Unter freiem Sternenhimmel saßen wir auf einer Bank am See und ließen unser Abendessen schmecken.

Vom Lac de Lispach kehrten wir über einen kurzen Anstieg zurück zur Abzweigung. Nach einer kurzen Abfahrt nahmen wir einen steilen Anstieg hoch auf die Route des Crêtes in Angriff. Leider war es dort oben ziemlich nebelig und kühl. Nur selten konnte man den Blick ins Tal finden. Der Route des Crêtes folgend gings über den Col de Markstein und den Col de Grand Ballon nach Thann. Dann folgten wir dem Radweg bis nach Rougemont, wo wir in einem Wald unweit des Klosters St. Nicolas unser Zelt aufschlugen.

Am 4. Tag führte unsere Route bei super tollem Sonnenschein über den Col d'Alsace, wo wir die weiten Aussichten über die Herbstwälder des Elsass nur kurz genießen konnten, da es auf dem Col noch ziemlich kühl war.

 

Im nächsten Ort, St. Maurice sur Moselle, hielten wir für eine Mittagspause an. Wir radelten dann im Mosel-Tal weiter, vorbei an der Quelle, über den Col de Bussang auf der Nationalstraße N66 in Richtung Thann. Wir wollten auf einen Campingplatz, um wieder einmal von einer warme Dusche profitieren zu können. Dies fiel aber aus, denn der Campingplatz, den wir bei Kruth fanden, war bereits geschlossen. Da es schon spät war und bald dunkel wurde, entschlossen wir uns, in der Nähe abseits auf einer Wiese am Ufer des Flusses Thur zu übernachten. Der Himmel war klar, die Sterne funkelten. So war die Nacht doch ziemlich kalt.

Auf der nächste Etappe radelten wir über einen langen Anstieg hoch zum den Col de Markstein. Wieder ein wunderschöner Sonnentag. In Lautenbach bogen wir links ab und fuhren eine schmale Straße hoch in Richtung zum Petit Ballon. Die Straße endete auf einer Schotterstraße, auf der wir weiter fuhren - die letzte schöne Abfahrt. Die Käsestadt Munster ließen wir links liegen und erreichten am Abend Turckheim. Unser Nachtquartier war der örtliche Campingplatz. Zum Abschluss unserer Elsasstour gönnten wir uns - bei einem Elsassbesuch obligatorisch - einen leckeren Flammkuchen.

Der letzte Tag der Tour. Es war sehr kalt geworden, Dunst lag über den Hügeln und ein starker Nordwind bließ uns entgegen. Von Turckheim radelten wir bis nach Marckolsheim.  Am Ende der Rheinbrücke, wieder in Deutschland, trennten sich unsere Wege. Eine sehr schöne, gemeinsame Zeit im Elsass war zu Ende. Nadine radelte wieder zurück nach Basel und nahm von dort den Zug nach Hause. Ich fuhr, wie bei der Hinfahrt, teils mit dem Zug, teils mit dem Rad nach Hause.

Insgesamt waren es ca. 600km in 7 Tagen mit viel Höhenmeter.

Bilder: