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    Namibia

Mit dem Fahrrad durch die Savanne und Wüste Namibias

Frank Keusgen radelte über 2000km auf den Spuren deutscher Kolonisation in Südwest-Afrika. Selbst die Wüste außergewöhnlich grün.

Windhoek / Mühlhausen im Kraichgau. „Namibia - Luxus der Weite“, so wirbt der Namibische Tourismusverband für sein Land. Und weite Strecken legte Frank Keusgen auf seiner Radtour in drei Wochen zurück, 2150km durch außergewöhnlich grüne Landschaften und auf den Spuren deutscher Kolonisation.

USA, Chile und Island waren die letzten Reiseziele von Frank Keusgen, der seit 1993 dem Radsport eng verbunden ist. Bis 2004 fuhr er Radrennen für die ESG, RSC Stolberg und zuletzt beim MSC St. Ilgen. Danach war er zwei Jahre als sportlicher Leiter beim Radsport Rhein-Neckar e.V. tätig. Berufsbedingt als SAP-Systemadministrator bliebt ihm seitdem nur noch die Zeit im Vereinsmanagement als Kassierer beim Radsport Rhein-Neckar und nebenbei als Bezirksfachwart des Radsportbezirkes Rhein-Neckar-Odenwald. Das Amt als Kassierer beim RSC Stolberg hat der 35-jährige, gebürtige Eschweiler, der in Mühlhausen im Kraichgau wohnt, nicht aufgegeben und bleibt seinem Heimatverein treu.

Die Strecke

Start war am Unabhängigkeitstag am 21. März von der Airport Jagd- und Gästefarm in die Hauptstadt Windhoek, dessen Wahrzeichen die Christuskirche ist. Die Tour ging über Asphaltstraßen, meist aber auf Schotterpisten zuerst nach Norden zum Waterberg über Grootfontein bis nach Tsumeb südlich des Etosha-Nationalparks, dann nach Westen bis nach Khorixas in der Region Kunene, die von der Volksgruppe der Damara besiedelt ist. Von Uis nahe der Brandberge, wo ich aufgrund eines Felgenschadens gestrandet bin, wurde ich freundlicherweise mit dem PKW an die Küste zur nächsten Stadt nach Swakopmund gebracht. Mit einem neuen Vorderrad konnte ich meine Tour fortsetzen. Nach drei Tagen durch die Wüste Namib, vorbei an der Mondlandschaft und der Blutkuppe, erreichte ich mit letzter Kraft die nächst gelegende Lodge, da mir das Wasser ausgegangen war. Weiter nach Süden über Solitaire und Sesriem, dem Eingangstor zu den großen Sanddünen und dem Sossusvlei, fuhr ich dann entlang der bis zu 2000m hohen Naukluftberge, und weiter nach Rehoboth, die Hauptstadt der Baster, wieder zurück nach Windhoek und zur Farm, dem Ausgangspunkt meiner Radtour.

Highlights und Sehenswürdigkeiten

Das Land ist riesig, doppelt so groß wie Deutschland, und mit 2 Millionen Einwohnern sehr dünn besiedelt. Meist habe ich auf Campingplätzen übernachtet, in der Wüste wild gezeltet und unterwegs zum Waterberg auch bei Farmen für eine Übernachtung gefragt. Dort wurde ich herzlich aufgenommen. Die Farmen betreiben extensive Rinderviehzucht auf einer Fläche zwischen 5000 und 20000 ha. Auf der Farm Otjekongo wurde der neue Kindergarten eröffnet, der Dank deutscher Spenden von der Initiatorin Sylvia Fischer zusammen mit der Innenarchitektin Cathleen Scholl und der Farm erbaut wurde. Über Spenden würde sich der Kindergarten freuen. Infos an Sylvia Fischer unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  oder über mich.

In dem Fort von Grootfontein befindet sich ein Museum, in dem ich mir historische Bilder, Werkzeuge, Waffen und die Entwicklung der Gegend durch deutsche Siedler und durch die deutsche Schutztruppe anschaute. Eine Pionierleistung war sicherlich der Eisenbahnbau von der Küste ins Landesinnere am Anfang des 20. Jahrhunderts. Spuren deutscher Kolonisation sind überall in Namibia zu sehen, ob von deutschen Ortsnamen und Denkmälern deutscher Geschichte bis zu den besonders tollen Bauten im deutschen Kolonialstil im Küstenort Swakopmund.

Das größte Highlight und die größte sportliche Herausforderung meiner Radtour war die Durchquerung der Wüste Namib. Vollbepackt mit fast 25 Liter Wasser fuhr ich von der Küste 3 Tage ohne weitere Versorgung durch eine beeindruckende Landschaft. Verpassen darf man auf keinen Fall den weltberühmten Apfelkuchen von Solitaire, den ich natürlich auch probierte. Die imposanten Sanddünen von Sossusvlei habe ich aus Zeitgründen ausgelassen, denn ich musste wieder rechtzeitig zurück in Windhoek ankommen.

Die Natur

Die Busch- und Baumsavannen Namibias waren am Ende der Regenzeit, die überdurchschnittlich viel Regen brachte, außergewöhnlich grün, selbst die Wüste war überzogen von seidemgrünen Gras. Ein Paradies für die Wildtiere, die ich unterwegs zahlreich beobachten konnte. Außer den sog. „Big Five“, also Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Löwen und Leoparden, begegneten mir vor allem Oryx-Antilopen, Kudus, Springböcke, Warzenschweine, Straußenvögel, sogar Paviane und Giraffen, sowie verschiedene Echsenarten und Chameleons. Leider war es mir nicht möglich, den Etosha-Nationalpark mit seiner besonderen Tierwelt zu besuchen. Am Ende meiner Tour nahm ich eine Puffotter in die Hand, die gefährlichste Schlange in Namibia. Ihr Biss kann tödlich sein.

Die Menschen

In Namibia gibt es verschiedene Volksgruppen, mit eigener Kultur und Tradition: u.a. Herero, Himba, Damara, San Buschmänner, Baster. Die Kluft zwischen Reich und Arm ist extrem groß. Viele Schwarze arbeiten auf Farmen, die meist in weißem Besitz sind, oder verdienen ihr Geld im Tourismus beispielsweise in der Herstellung traditioneller Kunst. Bedrückend empfand ich die Armut der Herero in Okakarara, ein Ort unweit vom Waterberg. Die Meisten leben in Blechhütten und unter kargen Verhältnissen. Ähnlich ist es in Khorixas, Hauptort des Damaralands. Die zunehmene Kriminalität in den Städten besonders gegenüber Touristen ist besorgniserregend, aber davon bin ich zum Glück verschont geblieben.

Auf der anderen Seite wurde mir häufig zugewunken und gegrüßt mit einem Lächeln im Gesicht. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen, egal ob schwarz oder weiß, bleibt mir in guter Erinnerung.

Nach 3 Wochen bei Wärme und Sonne pur kam ich zu Ostern gesund und heil wieder nach Deutschland zurück. In Namibia habe ich mich stets sicher gefühlt, ein freundliches und beeindruckendes Land. Besonders die Sonnenuntergänge und der überwältige Sternenhimmel sind unvergesslich.

Wohin die nächste Radtour gehen wird, weis ich noch nicht. Vielleicht nochmals nach Namibia. Mehr Informationen und Bilder gibt es auf meiner Homepage unter www.cyclespace.de.

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Frank Keusgen, hier an der Mondlandschaft in der Wüste Namib, radelte über 2000 km in 3 Wochen bei Sonne pur und über 30° Hitze durch Namiba.

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Alte Bauten im deutschen Kolonialstil prägen das Stadtbild von Swakopmund.

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Die Christuskirche ist das Wahrzeichen der Haupstadt Windhoek.