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    Namibia

22.03.2009 - 25.03.2009

Strecke:
Düsternbrook , D1499, B1 nach Okahandja, C31 nach Osten bis Hochfeld, dann nach Norden über C30, D2136, D2138, D2138, D2454, D2446, C22 bis Okakarara, C22 westwärts bis zur Abzweigung D2512, dann am Waterberg entlang

Am nächsten Tag brach ich schon früh auf. Ich musste über die Schotterpiste wieder zurück zur Hauptstraße. An der gleichen Stelle wie am Tag zuvor war wieder die Gnu-Herde. Der Oberbulle schien mich sehr genau zu beobachten. Dazwischen streiften ein Rudel Wildschweine durchs Gras. Ich fuhr weiter. 2 große Geier saßen auf der Straße. Als sie mich bemerkten flogen sie davon und kreisten etwas über mich. Sie waren unglaublich riesig. Etwas später schossen wieder Wildschweine durchs Gras am Rande der Straße. An der Hauptstraße angekommen, radelte ich weiter nach Norden bis Okahanja. Am Ortseingang war der bekannte Schnitzermarkt. Bevor die Leute mich ansprechen und mir ihre Produkte aufschwatzen, beschloss ich weiter in den Ort hinein zu fahren. Ich wollte noch meine Vorräte weiter auffüllen, vorallem Wasser und eine Cola. An einem Supermarkt im Ort konnte ich alles einkaufen. Das Eis schmeckte mir nicht und gab es einem Jungen, der sich neben mein Rad gesetzt hatte. So hatte ich immer einen Aufpasser für mein Rad gehabt. Auch am anderen Ortsausgang konnte man die Schnitzkunst der Einheimischen bewundern. Ich verlies Okahandja und bog schon bald nach Westen ab. Ewige Weite, konnte man das Buschland überschauen. Es war sehr warm, die Asphalt endete und es ging über eine gut ausgebaute Schotterpiste weiter, immer stetig leicht bergauf und etwas Gegenwind. So langsam musste ich mir einen Schlafplatz suchen. Ich fuhr zur nächsten Ranch. Dort traf ich eine Familie und frug ob ich bei Ihnen auf dem Gelände mein Zelt aufbauen könnte. Leider hat der "Boss" mir es nicht erlaubt, weil sie gerade abfahren wollten. Es waren Wochenend-Rancher, aber der Mann bemühte sich, in der Nachbarschaft einen Schlafplatz zu vermitteln. Er führte mich auf der anderen Straßenseite zu einer anderen Ranch, der Okakongo Ranch. Sehr freundlich durfte ich dort übernachten. Ich lernte Till und Wallace Theron, die Besitzer der Ranch kennen. Mit der Frau konnte ich mich in deutsch unterhalten, da sie eine deutsche Schule in Namibia besucht hatte. Ein Nachbarrancher war zu Besuch, ebenfalls die Tochter von Wallace und Till. Sie ist kürzlich arbeitslos geworden, weil die Mine geschlossen hat. Die Rancher nahmen mich mit auf eine Besichtigungsfahrt. Der Rancher hat Bohnen als Futter für die Rinder angebaut. Die Sonne ging unter, ein herrlicher Sonnenuntergang. Man stellte mir das Gästehaus zur Verfügung, das sonst für die Saisonarbeiter genutzt wird. Ein Gecko lief durchs Haus. Das Tier ist aber harmlos, eher ein Nützling. Ich kochte mir am Abend noch eine Portion von der Trekkingnahrung. Angezogen vom Licht schwirrten viele kleinere und große Insekten.
Früh ging es am nächsten tag los, da Wallace und Till früh nach Okahanja mussten. Ich begleitete sie bis zum Tor und bedankte mich nochmals für die Gastfreundschaft. Ich fuhr weiter westwärts auf der C31 bis nach Hochfeld. Viel gab es im Ort nicht. Ein paar Häuser und eine kleine Tankstelle. Dort kaufte ich noch ein paar Kekse und etwas zu trinken. Ein Mann sprach mich in deutsch an und lud mich zu einem Kaffee auf seine Ranch ein. Sie lag genau auf meinem Weg und ich nahm die Einladung gerne an. Von Hochfeld ging nach Norden, vorbei an einer Mine. Der Weg war leicht zu finden, die Piste war erst frisch gehobelt und gut zu fahren. Am späten Nachmittag erreichte ich die Ranch. Es ist die Farm Otjekongo von Gero Diekmann. Man erwartete mich schon. Dort lernte ich Harald kennen, ein Rentner, der 9 Monate im Jahr auf der Farm lebt und sich um alles drumherum kümmert. Zufällig war an diesem Tag die Eröffnung des Kindergartens, die durch die Initiatorinnen Cathleen Scholl und Sylvia Fischer Dank deutscher Spenden erbaut wurde. Sylvia und Harald nahmen mich mit zum Foto-Shooting. Der Kindergarten war auf der Rückseite der Farm erbaut wurden. Zum bunt geschmückten Gebäude gehörte ein Spielplatz und eine Schaukel. Rund ein Dutzend Kinder zwischen 2 und 8 Jahren, meist von Angestellten der Farm, werden dort von zwei Frauen betreut. Am Abend wurde zusammen mit Sylvia, Harald und Dr. Klaus Fleissner gegrillt. Es gab T-Bone Steak, Salat und Brot. So lernte ich viel über das Leben auf der Farm, den Problemen in Namibia und die Lebensgeschichten von ihnen. Klaus lebt schon seit über 20 Jahren in Namibia und ist nach seinen Forschungs- und Entwicklungsprojekten für die Regierung nun als Manager auf der Farm tätig. Harald ist sozusagen als Freund des Hausen das Kindermädchen für alles. Die Farm betreibt neben einer Rinderherde eine Produktion und Vetrieb von der Teufelskralle. Die Teufelskralle ist eine Pflanze, die überwiegend nur in Namibia wächst und deren Wurzel für die Pharmaindustrie zur Herstellung von Rheumamitteln verwendet wird.
Am nächsten Tag ging es weiter. Mistkäfer rollten den Kuhdung, den sie zu einer Kugel geformt haben, von der Straße. Sonst war der Tag weniger spektkulär. Am Nachmittag erreichte ich den ehemaligen Hauptort des Homelands Hereroland, Okakarara. Ich wurde bereits über die herrschende Armut und hohe Kriminalität der Herero dort gewarnt. So hatte ich schon ein mulmiges Gefühl. Und bedrückend war dort wirklich die Armut. Am Ortseingang gab es viele Blechhütten, die Menschen leben dort in kargen Verhältnissen. ich hatte eine falsche Abzweigung genommen und die Straße wurde immer schmäler und führte mich wieder aus dem Ort heraus. Ich drehte um, und fuhr bis zur Hauptstraße zurück bis sie wieder asphaltiert war. Dann konnte ich die Hauptstraße in den Ort nehmen. Ich wollte mich noch für die nächsten Tage mit Proviant eindecken und suchte zuerst einen Supermarkt. Es war viel los auf der Straße. Es liefen einige Frauen mit den imposanten Hererotrachten, etliche haben entlang der Straße kleinere Stände aufgebaut und verkauften Obst, Speisen und andere Waren. An einer Tankstelle konnte ich mich verpflegen. Beunruhigt schloss ich mein Rad gut ab. Schnell machte ich noch ein Bild vom Ort. Kinder waren schnell zur Stelle. Wenige Kilometer vom Ort entfernt zweigte ich dann zur Gästefarm Hamakari ab. Die Farm gehört Wilhelm Diekmann, dem Bruder von Gero Diekmann, der Farm Otjekongo. Der Campingplatz liegt am Rand einer Wiese, wo man besonders zur Abend- und Morgendämmerung das Wild beobachten konnte. Am Abend lief ich zum nahe gelegenen Damm und traf dort Wilhelm Diekmann mit seinen Gästen. Farmrundfahrten gehören häufig zur Gästefarm dazu. EIn toller Sonnenuntergang, beeindruckend und toll die Natur hier zur erleben. Als ich zurück zum Campingplatz ging, kam ein deutsches Ehepaar, Wolfgang und Maria Heger, aus Ulm mit ihrem Wohnmobil an. Gemeinsam ließen wir den Tag ausklingen und tauschen unsere bisherigen Reiseerlebnisse aus. So erfuhr ich einiges über den Etoshapark. Sie gaben mit einen Hinweis, dass es scheinbar möglich wäre, mit dem Bus, der zwischen Etoscha und Tsumeb pendelt, in den Nationalpark zu kommen.
Der erste Erholungstag stand an. Ich stand früh auf, um bei Sonnenaufgang das Wild zu beobachten. So streifte ich durchs hohe Gras und sah viele Springböcke, in der ferne auch Strauße. Ich fuhr erst am späten Vormittag los. Heute ging es zum Waterberg. Affen saßen auf den Zäunen und über eine staubige Piste fuhr ich ziemlich gemütlich entlang am Waterberg, denn meine Beine waren ziemlich müde. Endlich erreichte ich die Zufahrt zur Waterberg Wildness Campsite. Ein seher sandiger und steiler Weg führte zum Campingplatz. Am Füße des Anstiegs überholte mich noch ein Auto mit deutschen Touristen. Ein schöner Campingplatz, relativ neu und sauber. Jeder Platz hatte seinen Braiplatz, einen Grill. Die deutschen Touristen traf ich wieder. Eine Familie aus Lübeck. Sie erzählten mir, dass sie zu Beginn ihres Urlaubs überfallen wurden. Sie hatten einen Freund in Windhoek besucht. Nachdem sie das Tor verlassen hatten, wurden sie von einem Auto verfolgt. Sie drehten um, um wieder zum Freund zurückzukehren. Während die Frau das Tor öffnete, fuhr das Auto vor, ein Schwarzer sprang raus, riss die Beifahrertür auf und entwendete die Fototasche. Eine Schrecksekunde für die junge Familie.
An der Rezeption konnte man Steaks kaufen, so machte ich Feuer und grillte das Fleisch. Am Abend besuchte ich nochmals die Lübecker. Diese ware natürlich ziemlich mit ihren jungen Kindern beschäftigt. Nichtdestotrotz ein lebendiger Tag ging zu Ende.
Ich verließ den Waterberg. Die Piste ging meist kerzengeradeaus durchs weite Buschland. Eine Horde schwarzer Affen säumten die Straße. Sie waren ziemlich scheu und liefen sofort weg, als sie mich sahen. Unterwegs hatte ich einen Platten. Den ersten auf all meine Radtouren bisher. EIn Dorn hatte sich seitlich in meinen Vorderreifen gedrückt. Junge Landarbeiter, so zwischen 16 und 19 Jahre alt kamen auf mich zu. Mit einem konnte ich mich gut verständigen. Dieser half mir beim Wechseln aund Aufpumpen des Schlauches. Als Dankeschön gab ich ihm ein paar Namibische Dollar. Sie leben und arbeiten auf deiner farm. Die nächste Siedlung war mindestens 50km entfernt. Sie waren einfach bekleidet, die Schuhe bestanden mehr oder weniger nur noch aus der Sohle. Endlich erreichte ich die B8 nach Grootfontein. Die Straße zog sich, die Sonne ging langsam unter. Noch so gerade vor Einbruch der Dunkelheit nach über 9 Stunden Fahrzeit erreichte ich einen Campingplatz kurz vor Grootfontein. Der Campingplatz war gut ausgestattet und sauber. Ich trank noch etwas an der Bar und legte mich schonbald ins Zelt.