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    Namibia

26.03.2009 - 29.03.2009

Strecke:
Waterberg nach Nordosten, D2512, D2804, B8 bis nach Grootfontein, C42 nach Tsumeb, westwärts über die B1 nach Otavi, C39 nach Outjo und weiter nach Westen bis Khorixas

Zuerst ging es nach Grootfontein, und ich besuchte dort im ehemaligen Fort das Museum. Ausgestellt wurden historische Aufnahmen, Dokumente, Haushaltsgegenstände bzw. Werkzeuge, Waffen, Maschinen, uvm. der ersten deutschen Siedler. Es war schon eine Pionierleistung, was die Kolonialisten erbaut haben. Von Grootfontein machte ich auf den Weg nach Tsumeb. Dort wollte ich in Erfahrung bringen, wann der nächste Bus in den Etoscha-Nationalpark fährt, so wie mir das Ulmer Ehepaar auf Hamakari berichtet hatten. Im Tourismuscenter teilte mir man mit, dass kein Bus in den Etosha-Park fährt. Ich verpflegte mich nochmals im Supermarkt. Als einen leckeren Apfelkuche aß, bekam ich mit, dass der namibische Präsident in der Ort kommt. Mir war schon unterwegs die hohe Polizeipräsenz aufgefallen. So führ ich nochmals ins Zentrum. Der zentralen Park war komplett abgeriegelt. Viele Sicherheitskräfte, aber kaum Zuschauer. Der Präsident war nur von Weitem zu sehen und eröffnete dort ein Festival. Die Sicherheitskräfte waren streng, schickten mich sofort weg. Restrikted Area, keine Chance ein Foto zu machen, was im nachhinein sogar strafbar gewesen wäre. Ich nutze die Gelegenheit, nochmals etwas Geld für die nächsten Tage zu ziehen und verlies die Stadt. Es war schon spät geworden und wollte noch den Potje Restcamp kurz vor Otavi erreichen. So fuhr ich zügig auf der aspaltierten Straße B1 und schaffte es noch rechtzeitig bis zum Campingplatz.
Ich benötigte Sonnencreme, denn ich hatte von zu Hause nur eine kleine Flasche davon mitgenommen. In Namibia strahlt die Sonne sehr stark, so reichte die Flasche nicht. In Otavi fand ich einen Spar-Markt und konnte dort eine kleine Tube Sonnencreme kaufen. Im Ort war viel los auf der Straße. Am Ortsende gab es sogar einen Deutschen Club. Ich hatte Plunder gekauft, aber die Menge war zuviel für mich. Im Schatten am Straßenrand aß ich die Hälte davon, die andere schenke ich 2 Jungs, die mit dem Rand vorbeikamen. Ich verlies Otavi und nun ging es weiter über eine weiße Schottepiste. Deutsche Namen zierten die Schilder zu den nahe gelegenen Farmen, z.B. Farm Rheinland oder Farm Aachen.
Unter strahlem blauen Himmel, und starkem Ostwind kam ich zügig voran. Die Piste war sehr gut, eben und gut festgefahren. Es gab kaum Anstiege. Ein paar kleinere Hügel stachen über die weite Ebene hervor. Alles war extrem grün. Nur wenige Autos kamen an mir vorbei. Nach 175km, es war die weiteste Etappe , erreichte ich Outjo. An der Tankstelle war ein Supermarkt. Etwas mulmig schloss ich mein Fahhrad gut ab, denn einige komische Gestalten fuhren an der Tankstelle auf und ab. Im Supermarkt kaufte ich noch Brot für die nächsten Tage ein. Am Eingang bettelte ein Junge recht aufdringlich für Brot. Ich verstaute zuerst das Brot und beim Losfahren warf ich dem Jungen einen 5er zu. Schnell weg, dachte ich mir nur. Der Campingplatz beand sich etwas außerhalb des Ortes und schien gut abgesichert zu sein. Es gab einige Lodges, ein Restaurant und der Campingplatz selber war sauber und gut eingerichtet. Die Sonne ging unter und nach der Dusche machte ich mir unter einer offenen Hütte etwas zu essen. Es war Samstag Abend ,und Partymusik schallte es aus der Nähe. Eigentlich nichts besonderes. Ich war müde, es war Zeit zum Schlafen zu gehen. Ich schlief sehr schlecht, die ganze Nacht laute Musik. Erst um 6.00 Uhr in der früh war Ruhe. Endlich, dachte ich mir. Um 7.00 Uhr ging's wieder weiter. Wer weis, welches Fest dort gefeiert wurde.
Etwas müde packte ich meine Sachen und fuhr weiter. Über eine asphaltierte Straße ging es weiter nach Westen. Starker Rückenwind machte die Fahrt heute für mich sehr angenehm und folglich die schnellste Etappe meiner Tour: 25,71 km/h im Schnitt. Kurz nach dem Start aus Outjo lief eine Schildkröte über die Fahrbahn. Vorbei am Fransfontein Gebirge wurde die Landschaft immer Karger. Nicht mehr so grün und weniger Vegetation wie am Anfang. Es war heiß und ich sehnte mich so langsam nach einer Abkühlung. Man glaubt es kaum, ein Fluss!! Wasser strömte unter die Straße durch ins Tal. Ich kletterte die Böschung runter und stieg vorsichtig ins klare Wasser. Das Wasser war zu meiner Überaschung relativ warm. Ich machte mich nass. Die kleine Erfrischung war leider nur von kurzer Dauer, denn durch den Wind trocknete ich relativ schnell ab. Am Nachmittag erreichte ich Khorixas, der Hauptort des ehemaligen Homelands Damaraland im Süden der Region Kunene.
Die Gegensätze dort sind extrem. Im Ort auf der einen Seite eine Luxuslodge, ummauert und abgesichert mit Security am Eingang, auf der anderen Seite verfallene Häuser, in denen die Einheimischen leben. An einem Supermarkt kam ein Mann auf mich zu. Marcus, ein Schnitzer, der dezent aufdringlich sein Geschäft mit mir witterte. Wir kamen ins Gespräch, er zählte verschiedene deutsche Städte auf und frug mich woher ich käme. Meinen Namen wollte er wissen und gravierte ihn sehr geschickt in eine fertig geschnitzte Nuss ein. Auf der Nuss waren verschiedene Tiere sehr hübsch einschnitzt. Mit Schnitzen versuchte er den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern. 50 N$ wollte er haben, ich bot ihm 25. Die hatte ich nicht passend, so gab ich ihm 30 N$, damit er Brot für seine Familie kaufen kann. Was soll's, dachte ich mir, ein hübsches Souvenir und ein wenig Hilfe. 30N$ entsprachen ca. 4,- EUR. Er bedankte sich sehr freundlich. Als ich losfahren wollte bedrängte mich eine ältere Dame, die mit Kleingeld in einer Zigarettenschachtel in der Hand doch sehr aufdringlich bettelte. Ich winkte ab und fuhr los. Entwas außerhalb des Ortes befand sich der Campingplatz. Ich war der einzigste Gast an diesem Abend. Der Campingplatz war gut abgesichert, viel Security, und sauber. Ich hatte meinen persönlichen Aufpasser. Am Abend kochte ich mir Kartoffeln mit Gemüse aus eine Dose. Dazu brat ich mir Würste, ebenfalls aus der Dose.