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30.03.2009 - 31.03.2009

Strecke:
Khorixas, C35 nach Süden bis Uis

Ich entschied mich, nicht ins unwegsame Twyfelfontain, sondern direkt nach Süden zu den Brandbergen zu fahren. So fuhr ich von Khorixas den Weg etwas zurück, um dann auf der C35 nach Süden abzubiegen. Seidengrünes Gras überdeckte die Steppe. Die Landschaft wurde zunehmend hügeliger und bergiger. Man sah noch sehr deutlich die Spuren der Verwüstung durch die starken Regenfälle, dort wo das Wasser teilweise die Straße weggespült hat. Immerwieder musste ich die Trockenflüsse durchqueren, die an der Stelle so sehr sandig waren, sodass ich nur noch Schieben konnte. Es ging rauf und runter, leider teilweise mit Wellblech. In der Ferne sah ich die Brandberge. Die Wüste war nicht mehr weit, die Vegetation wure spärlicher. Unterwegs merkte ich, dass das Rad komisch lief. So ein Pech, das Vorderrad war gerissen. Genauso, wie ich es schon in Chile erlebt habe. Ein 5cm langer Riss an der Flanke. Ich versuchte den Druck auf die Felge zu senken, d.h. ich lies etwas Luft aus dem Reifen und füllte meine Trinkflaschen auf, um das Gewicht vorne zu reduzieren.
Ich war mitten in der Wildniss, 50km zurück nach Khorixas oder weiterfahren bis zu nächsten Ort. Bis Uis war es fast genauso weit, also hieß es, weiterfahren. Ich traf ein paar Deutsche mit ihrem geländefähigen LKW. Die konnten mir leider nicht weiterhelfen. Und mitnehmen lohnte sich nicht, denn nach 20km fuhren sie in eine andere Richtung. Es kamen mir noch ein paar andere deutsche Touristen entgegen. Aber ansonsten war ich mehr oder weniger einsam unterwegs. Ich fuhr vorsichtig weiter, in den Abfahren immer auf der Bremse. Der Riss wurde größer. Ich reduzierte noch mehr den Druck, packte die schwerern Sachen in die Hinterradtaschen. Inzwischen musste ich auch die Bremse komplett lösen. Ich hoffte, dass die Felge bis zum Ort noch hält. Es war sehr heiss, und es zog sich bis zum Ort. Ich sehnte mich, das Ziel zu erreichen. Endlich, die ersten Häuser in Sichtweite. Doch die Straße führte noch um einen Berg herum. Und dann, Uis war erreicht. Am Supermarkt kaufte ich mir noch reichlich zu trinken. Ich gönnte mir eine gekühlte Cola. Das Sicherheitspersonal warne mich vor den Leuten an der Tankstelle, die versuchten, irgendwelche Steine zu verkaufen. Guter Tipp, davon hatte ich im Reiseführer auch schon gelesen. Ich fuhr durch den Ort und fand den Campingplatz "White Lady".
An der Rezeption schilderte ich der Dame mein Problem. Ich hatte Glück. Sie erklärte mir, dass in zwei Tagen jemand von ihr nach Swakopmund fähren würde und mich mitnehmen könnte. In Swakopmund könnte ich eine neue Felge bekommen. Also übernachte ich 2 Tage in Uis. Die Dame war sehr freundlich und zeigte mir Bilder von den schweren Regenfällen in ihrer Region im März.
So war ich in Uis gestrandet und hatte einen Tag Zwangsaufenthalt dort. Diesen nutze ich, um mich zu erholen und mein Rad zu putzen. Ich konnte mich auch mal wieder zu Hause melden. Es war ärgerlich, dass die Felgen nichts taugten. Für mich war klar, dass ich ein Highlight in Namibia, die Spitzkoppe, auslassen musste.