• Slider1

    Island

  • Slider2

    Kasachstan

  • Slider3

    Namibia

8.4.2009 - 9.4.2009

Strecke:
Bülls Port, D1206, Rietoog, M47, C24, Rehoboth, zum Oanob Dam, wieder zurück nach Rehoboth, über die B1 nach Norden zurück nach Windhoek, über die B6 bis zur Airport Jagd- und Gästefarm

Es standen noch 2 lange Etappen bis zum Ziel meiner Namibia-Tour an. Von Bülls Port fuhr ich über eine Nebenstrecke bis nach Rietoog. Ich wollte mich noch mit einer Cola eindecken. Die Regale des kleinen Supermarktes im Ort waren ziemlich leer. Zu Trinken gab es nicht. Im Bottlestore ebenfalls nichts. Entäuscht zog ich weiter. Über eine kleine Anhöhe ging es dann wellig rauf und runter. Die Schotterpiste war in gutem Zustand, teilweise frisch gehobelt. Unterwegs hielt eine belgische Familie an und gab mir eine Cola. Mit Bewunderung sprach man mich an. Die Straße zog sich hin, die Vegetation nahm deutlich zu. Ich war wieder im Buschland. Der Lake Oanob, an dem sich ein Campingplatz befindet war mein Tagesziel. Der See war schon in Sichtweite, doch musste ich zunächst um einen Berg herumfahren. Nach einer steilen Abfahrt erreichte ich die B1 und kurz danach den Ort Rehoboth.
Rehoboth ist die Hauptstadt der Volksgruppe der Baster. Es sind halb Weiße, halb Schwarze. Sie bilden ihre eigene Kultur und wählen ihren eigenen Präsidenten, ihren Kaptain.
Am Ortseingang traf ich einen jungen, freundlichen Polizisten. Wir plauderten etwas, und er erklärte mir, dass seine Frau Lehrerin in einer Grundschule ist und Unterstützung für den Kindergarten suchte. Er frug mich, ob es Charities gäbe, die ihm etwas Geld spenden könnten. Ich konnte ihm nicht weiterhelfen.
Auffällig im Ort sind die vielen Kirchen. Ich suchte noch einen Supermarkt, um mich für den Abend noch etwas zu verpflegen. Es wurde dunkel. Vorsichtig fuhr ich die viel befahrene B1 ortsauswärts, um dann zum Oanob Dam auf eine breite Schotterpiste abzubiegen. Unter Vollmondlicht konnte man die Umgebung einigermaßen deutlich erkennen. Der Weg zog sich hin, bis ich an einer Gabelung stand. Zum Glück traf ich jemanden mit seinem Auto und frug, wo es zum Campingpaltz ginge. Einfach gerade aus, nur noch wenige Hundert Meter. Eine kleine steile Abfahrt und ich war da, nach 9 Stunden Fahrzeit an diesem Tag. Die Rezeption war noch offen, eine deutschsprechende Dame erledigte die Formalitäten.
Vom Licht angezogen hatte ich beim Aufbau des Zeltes relativ schnell etliche Moskitos um mich rum. Im Waschraum summte es gehörig, da traute ich mich nicht mal zu Duschen. Schnell noch was gegessen, ging es ins Zelt zum Schlafen. Ein paar Moskitos haben den Weg ins Innenzelt gefunden. Auf zur Mückenjagd, und die Blutsauger waren ganz schön clever. Nach einiger Zeit habe ich sie alle platt gemacht und konnte nun in Ruhe schlafen.
Am nächsten Morgen konnte ich einen tollen Blick auf den See werfen. Über die Straße, die ich tags zuvor im Dunkeln herkam, ging es wieder zurück nach Rehoboth. Ich besuchte dort das Museum. Eine Basterfrau führte mich durchs kleine Museum und erzählte mir von der Geschichte ihrer Volksgruppe. Von wo sie kamen, ihre großen Tracks, bis sie ihre Heimat bei Rehoboth vor über 100 Jahren gefunden haben. Sie sind sehr protestantisch, aber weltoffen. Ich gab dem Museum noch 5 EUR und verlies die Stadt in Richtung Windhoek.
Die B1 war ziemlich stark befahren, aber ich hatte mit den Autos und LKWs keine Probleme. Man grüßte mich sogar.
Ich musste noch durch eine gebirgige Landschaft, bis ich Windhoek ereichte. Am Ortsausgang auf einem Hügel stand ein relativ neu erbauter Obelisk. Er sollte als Denkmal für die schwarze Bevölkerung stehen. Ziemlich umstritten, da kaum ein Schwarzel Geld hat, um dorthin zu fahren. Ich hatte einen weiten Blick über die Stadt, bevor ich die Abfahrt in die Hauptstadt nahm.
An einer Kreuzung der mehrspurigen Hauptstraße wurden alle Verkehrsteilnehmer von Polizisten angehalten. Die Ampel stand ebenfalls lange auf Rot. Der Präsident oder ein anderer Hochrangiger Politiker kam mit seinen dicken Limosinen rausgefahren. Danach ging es weiter in die Stadt. Im Supermarkt noch ein letzter Einkauf. Ich verlies alsbald Windhoek und es ging einen langen Anstieg hoch vorbei an Klein-Windhoek in Richtung zum internationalen Flughafen. Vorbei an einem Polizei-Check-Point weiter die Hauptstraße B6. Es wurde spät, die Sonne ging unter. Die Dunkelheit brach herein. Endlich die Einfahrt zur Airport-Farm von Uwe Trümper. Auf der schmalen Pad noch ein paar Kilometer, dann hatte ich es geschafft. Etwas erschöpft, aber glücklich und gesund erreichte ich mein Ziel und war wieder am Ausgangspunkt meiner 3-wöchigen Tour zurück.