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    Namibia

 

Rothaut hatte am Abend wieder vorzüglich gekocht. Es gab Wildgulasch, dazu Kürbis und süße Kartoffeln. Es waren noch weitere Gäste da, eine Mutter mit ihrer Tochter aus Bayern. Sie betreiben selber eine Landwirtschaft. Darüber war das Hauptgesprächsthema. Interessiert hörte ich nur zu und genoss das leckere Essen.
Noch 2 Tage bis zum Abflug. Ich nutzte den nächsten Tag, um mein Rad für den Rückflug zu zerlegen und zu verpacken. Uwe nahm mich mit auf eine Kontrollfahrt. Am Straßenrand soll es einen kleinen Brand gegeben haben. In der nähe seiner Zufahrt gab es eine Polizeikontrolle, aber uwe schien die Beamten zu kennen und es wurde lustig in Afrikaans geflachst. Schonbald hatten wir das Brandnest gefunden. 2-3 qm Gras waren abgebrand. Es kockelte noch etwas. Uwe goss etwas Wasser drüber und löschte es. Möglicherweise hat ein liegengebliebener PKW durch heißes Öl das Gras in Brand gesetzt. Gerade bei der beginnen Trockenzeit kann sich schnell ein Buschfeuer ausbreiten, wobei die Farmer da besonders drauf achten und sich gegenseitig warnen.
Anschließend machten wir noch eine Farmkontrollfahrt, die Uwe alle 2 Tage macht. Wasser ist essentiell, so prüft er nach, ob die Punpen funktionieren und die Tanks für die Tränke der Rinder ausreichend gefüllt sind. So lernte ich die Farm kennen. Er führte mich noch an eine Lichtung, wo wir verschiedene Wildtiere sehen konnten: Kudus, Springböcke, Wildschweine.
Am Nachmittag hatten sich neue Gäste eingefunden: Mirko und Maja aus Hamburg. Wir tauschten unsere Erlebnisse unseres Urlaubes aus. Zum Abendessen gab es diesmal Zebraschnitzel. Das Fleisch war zart und weich. Das war alles so lecker, dass ich mir den Bauch vollhaute.
Der letzte Tag in Namibia. Uwe brachte mich und das Hamburger Päarchen zu einem Souvenierladen, wo auch die Tiere als Jagdtrofäen präpariert und anschließend auf der ganzen Welt versendet werden. Uwe führte uns durch die Gerberei und die Werkstatt. So konnten wir genau sehen, wie die Köpfe der Tiere bearbeitet werden. Der prozess dauert mehrere Wochen, bis die Jagdtrofäe fertig ist.
An einer Wand hingen unzählige dieser Trofäen, von Kudus, Springböcken, Oryx bis zu Affen und Wildschweinköpfen. Wir fühlten mal an deren Hauer. Der große Stoßzahn geht ja noch, aber der kleine war sehr spitz, wie ein Zahnstocher. So ein Wildschwein würde sicherlich das Bein zerfetzen, so scharf sind die Hauer.
Im Laden selber stöberten wir durch die vielen Sachen. Ich suchte noch passende Geschenke für meine Nichte Ramona und meinen Neffen Roman. Ich kaufte etwas aus Ziegenfell für Roman, und ein Springbockfell für Ramona. Ich fand noch interessante Lektüre über die Besiedlungsgeschichte von Namibia.
Auf dem Rückweg konnten wir sehr viele geier in der Luft fliegen sehen. Uwe ahnte schon, dass irgend etwas auf seiner Farm nicht stimmte. Wir gingen durch den Busch, hielten und ein wenig versteckt. An einer Senke waren sicherlich bis zu hundert Geier versammelt. Leider versagte meine Kamera, die Batterien waren leer. Aber Mirko machte zahlreiche Fotos. Uwe entdeckte eine verendete Kuh, ein Festmahl für die Riesenvögel. Er meinte, bis zum Nachmittag ist die Kuh verspeist.
Am Nachmittag packte ich meine Sachen, und es gab noch einen leckeren Erdbeercremekuchen von Rothaut. Die Hunde waren plötzlich sehr wild. Eine Puffotter war im Hof. Max hatte sie bereits erschlagen, aber sie zuckte noch. Dann die Mutprobe, ich nahm die Schlange am Ende und hielt sich hoch. Uwe machte davon natürlich ein Foto. Interessant, wie sich die gefährlichste Schlange in Namibia anfühlt: trockene und schuppige Haut, und dennoh weich. Nachdem Max die Schlange weggebracht hatte, wurde die Hunde wieder auf den Hof gelassen. Die fetzten über den Platz und suchten nach der Schlange. Welch ein Spektakel, wir hatten unser Vergnügen.
Am späten Nachmittag ging es schließlich zum Flughafen. Beim Check-In wollte man mir ca. 300,- EUR für die Fahrradtasche als Übergepäck abknöpfen. Ich nahm zuerst die schweren Sachen, wie das Werkzeug und die Pedale aus der Tasche. Immer noch zu schwer. Dann nahm ich meine Packsack mit dem Schlafsach und der Isomatte heraus und zurrte sie um meine kleine Fahrradtasche als Handgepäck. Jetzt passt's. Die Tasche wurde eingescheckt. Uwe zog mich schnell weg, so brauchte ich nichts dafür zu zahlen. Normalerweise hätte ich umgerechnet 60,- pauschal für die Fahrradtasche bezahlen müssen.
Ich musste noch bei Uwe meine Rechnung bezahlen. Also zog ich noch etwas Geld am Automaten im Flughafen. Ich bedankte und verabschiedete mich bei Uwe und ging in den Sicherheitsbereich. Bei der Ausreise frug mich die Beamtin, was mit meinem Reisepass passiert wäre. Ich erklärte, dass Wasser ausgelaufen sein. Mit deutlichem Ton weiste sie mir an, ich solle mir einen neuen Reisepass besorgen und niemals wieder mit diesem Reisepass nach Namibia einreisen.
In der Wartehalle traf ich auch die Lübecker Familie wieder. Noch ein kurzer Anfruf nach Hause, so überbrückte ich die Wartezeit. Im Dunkeln hob der Flieger ab, 10 Stunden später landete ich in Frankfurt. Das Gepäck kam schnell. Mit dem Zug und dem restlichen Stück mit dem Taxi war ich am Ostersonntagmorgen wieder zu Hause.