Am südlichsten Punkt der Tour

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Mit den bewegenden Eindrücken von der Besichtigung der Killing Fields brach ich auf zur Küste. Zuerst verirrte ich mich zwischen Wohnsiedlungen, Industrie und beißend stinkendem Müll, der weit verstreut herumlag und teilweise verbrannt wurde, bevor ich die Fernstraße Nr. 4 nach Sihanoukville erreichte.
Von Weitem waren die Ausläufer der Elefantenberge zu sehen, einer Gebirgskette im Südwesten Kambodschas.
Nach einer wiederholt lauten Nacht in einem Hotel in Kampong Speu fuhr ich am folgenden Tag zum Kirirom National Park. Zuvor war es die Karaoke-Bar, die bis Mitternacht geöffnet war. Diesmal wurde in der Nähe eine Hochzeitsfeier abgehalten, die die Umgebung mit lauter Musik beschallte. Da halfen nur meine Ohrenstöpsel für einen einigermaßen ruhigen Schlaf.


An der Abzweigung in Traeng Trayueng hielt ich kurz an, um mir ein kühles Erfrischungsgetränk zu holen. Als ich in der Kühlbox nach einer Dose Cola suchte, fiel eine ältere Dame auf mich her und bettelte nach Geld. Obwohl ich deutlich abwiegelte, stand sie dicht hinter mir und stupste penetrant mit ihrer Plastikschüssel an meinen Ellenbogen. Damit konnte sie die Hoffnung auf ein paar Riel bei mir abschminken. Ich bezahlte schnell die Cola und fuhr davon.

Die 5 Dollar Eintritt, die ich am Eingang zum Kirirom Nationalpark abdrücken musste, hätte ich mir sparen können. Nach 15km bergauf gab es oben auf dem Berg eigentlich nichts Sehenswertes. Da außerdem ein Gewitter aufzog, kehrte ich um. Auf der holprigen Strecke sprang bei einer heftigen Bodenwelle unglücklicherweise meine linke Vorderradtasche ab, überschlug sich und blieb im Graben liegen. Dabei war das Glas Tomatensoße zersplittert und hatte sich in der Tasche verteilt. Nun war ich erst einmal damit beschäftigt, sowohl die Tasche als auch alle anderen Teile zu säubern. Schade um die schöne und teure Basilikum-Pasta-Soße, gibt es demnächst Spaghetti pur ohne Soße.
Nicht nur in der Siedlung oben auf dem Berg, sondern auch unten unweit des Eingangs zum Nationalpark waren die Getränke unverschämt teuer, doppelt so viel wie sonst üblich verlangte man für eine kleine Flasche Wasser. Ich versuchte, den Preis herunterzuhandeln, aber leider ohne Erfolg, sodass ich das Geschäft platzen ließ.

Blitz und Donner kamen immer näher. Zeit, so schnell wie möglich ein Quartier zu finden. 8km zu einem Ort mit Ökotourismus hörte sich vielversprechend an. Also folgte ich der Beschilderung über eine Piste zum Ort, wo ich bei einer Familie Unterschlupf fand. Dort bekam ich auch 0,5 Liter PET-Flaschen Wasser zum gewohnten Preis von 500,- Riel.
Im Haus wurde das Bett hergerichtet, ein Moskitonetz gehörte dazu. Für 3,- $ vollkommen in Ordnung und genügte meinen Ansprüchen.
Wie jeden Abend krochen die Geckos aus ihren Verstecken und vertilgten sämtliche Insekten, die vom Licht angezogen wurden. Ein besonders großes Exemplar befand sich in meiner Hütte.

In der Ferne blitze und donnerte es gewaltig. Die Menschen brachten ihre Tiere und Geräte in Sicherheit. Mitten in der Nacht zog das Gewitter mit extrem starkem Regen vorüber. Da war ich froh, bei der Familie übernachtet zu haben, anstelle in einer offenen Hütte oder im Zelt, was angesichts der Minenfelder viel zu gefährlich war. Im Ort war nämlich ein solches Feld markiert. Davon unbeeindruckt spazierten die Hühner auf der Wiese.


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