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Am Morgen nahmen wir ein ausgiebiges Frühstück auf einer Parkbank im nächsten Ort.


Danach wollte ich noch zum Frisör, um mir die Haare schneiden zu lassen. Unterwegs lernten wir einen pensionierten Griechen kennen, mit dem wir uns in deutsch bestens unterhielten. Er hatte früher jahrelang in Deutschland gearbeitet. Dabei konnten wir einiges über das Land und insbesondere über die aktuelle Krisensituation in Griechenland erfahren. Von der Eurokrise weniger betroffen sind vor allem die Rentner, die früher in Deutschland jahrelang gearbeitet haben. Denn ihre finanzielle Situation ist aufgrund ihrer deutschen Rente sicher geblieben.

Mit neuer Frisur konnte es endlich losgehen. Zuerst fuhren wir in die Kleinstadt Karditsa. In der belebten Fußgängerzone machten wir eine kurze Mittags- pause mit einem gefrorenen Joghurt. Lecker und sehr erfrischend.
Schon bald ging es raus aus der Ebene, in der hauptsächlich Gemüse angebaut wird. Die Straße schlängelte sich hoch im Smokovou-Tal, wo wir später einen tollen Blick auf den gleichnamigen Stausee werfen konnten.

Im nächsten Dorf hatten wir Mühe, die richtige Abzweigung nach Pápa, ein Ort auf der anderen Talseite, zu finden. Es gab keine Beschilderung. Daraufhin erkundigten wir uns bei den Einheimischen nach dem Weg. Etwas ungläubig reagierten die Leute, wohin wir eigentlich wollten. Später war klar, warum.
Die Schotterstraße führte ungeheuer steil hinab. Die Bremsen fingen an zu quietschen, die Felgen wurden glühend heiß. Zwischendurch bestaunten wir eine große Ameisenstraße quer über die Piste.
Auf der anderen Flussseite mussten wir einen extrem steilen und schlechten Pfad hinauf. Erschöpft legten wir in Pápa eine Verschnaufpause ein. Ab dem Ort hatten wir wieder Asphalt unter den Reifen und stürzten uns in die Abfahrt ins Tal.

Nachdem wir noch schnell kurz vor Ladenschluss im Supermarkt eingekauft hatten, suchten wir einen Schlafplatz. Der erste Versuch zwischen den Olivenbäumen schlug wegen der gesetzten Kriterien (geschützt, ebener, sauberer Boden, usw.) fehl. Die Sonne war mittlerweile hinterm Horizont verschwunden. Mit Müh und Not fanden wir doch noch abseits im hohen Gras ein Plätzchen zum Übernachten. Das Zelt war rasch aufgebaut. Während wir im Dunkeln begannen, unser Abendessen zu kochen, tanzten die Glühwürmchen in der Luft. Hinter einer entfernten Baumreihe leuchtete es plötzlich ganz rot, als würde es dort brennen. Was mag das sein, fragten wir uns. Das Rätsel löste sich wenig später auf, als der Mond mega schön über die Bäume schien. Es wurde so hell, dass wir unsere Lampen ausschalten konnten.

Am nächsten Morgen brachen wir früh auf. Eine weitere lange Etappe stand an. Zahlreiche Olivenbaumplantagen prägten das weite Tal. In der Ferne schimmerte ganz in Blau die Maliakós Bucht.


Auf der Nebenstraße, die sich steil am Berg entlang schlängelte, krabbelten oder lagen massenhaft große Raupen, zwischen denen wir mit unseren Rädern vorbei balancierten. Ein Horrorszenario für Nadine.
Wir brauchten unbedingt eine Pause. Der stürmische Wind kostete viel Kraft und Energie. Zudem waren die Trinkflaschen leer. In Gravia war lediglich ein Kiosk geöffnet, wo wir "auftanken" konnten. Der Ort selber, so wie dieses Plakat zeigt, ist bekannt für die große Schlacht während der griechischen Revolution 1821, in der die türkische Armee zurückgeschlagen wurde.
Am Abend erreichten wir Chrisso, unweit von Delphi, wo wir den erst gelegenen Campingplatz ansteuerten und dort zelteten. Nach 340km in 3 Tagen hatten wir nun echt einen Erholungstag verdient.

Den folgenden Tag starteten wir ganz gemütlich. Im Ort kauften wir in der Bäckerei viele leckere Sachen ein und nahmen ein ausgiebiges Frühstück. Als wir losfahren wollten, stellte ich einen Plattfuß an meinem Vorderrad fest. Da Nadine ihre Trinkflaschen vergessen hatte, kehrte sie nochmals zum Campingplatz zurück. In der Zwischenzeit hatte ich den Schlauch gewechselt und wir konnten anschließend weiter fahren.
Die Beine waren noch müde. Mühsam erklommen wir den Anstieg hoch nach Delphi. Dort besuchten wir zunächst das Archäologische Museum, in dem die Ausgrabungsfunde aus dem antiken Delphi ausgestellt sind, danach die angrenzende Tempelanlage. Der Tempel des Apollon ist besonders bekannt durch das Orakel von Delphi. In der Antike galt dieser Ort als Mittelpunkt der Welt. Viel Zeit blieb uns nicht, da die Anlage bereits um 15 Uhr geschlossen wurde.
Wir kehrten in den stark touristischen Ort zurück und aßen noch einen typischen griechischen Salat sowie als Dessert einen erfrischenden Joghurt mit Honig. Da wir an diesem Tag noch nicht viel gefahren waren, verließen wir Delphi und radelten zur Küste. Bei Galaxidi gesellten wir uns unmittelbar am Meer zu einem schweizer Wohnmobil, das dort für die Nacht abgestellt war. Dementsprechend fühlten wir uns hier sicher.