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Wir kreisten durch Kalávrita, um die richtige Ausfahrt zu erwischen. Ohne Beschilderung ein erfolgloses Unterfangen. Mit ersten griechischen Sprachkenntnissen versuchte Nadine, bei einer Gruppe junger Männer nach dem Weg zu fragen, verstand hingegen deren Antwort nicht. Der zweite Versuch in Englisch war dann erfolgreich. Einer erklärte, wir sollten uns in Richtung Skistation halten. Skistation? Kaum zu glauben, aber einige Kilometer entfernt bei Ano Lousi gibt es ein Skigebiet an den über 2.000m hohen Bergen.

Tausende Bienen summten über uns herum und flogen zu bzw. von ihren Kisten, die sogar bis an den Straßenrand standen. Etwas mulmig war es uns schon. Hoffentlich bekommen wir keinen Bienenstich, dachten wir und fuhren vorsichtig weiter. Das diesige Wetter verhinderte eine schöne Sicht auf die großartige Landschaft. Letzte Schneereste waren noch oben auf den Bergen zu erkennen. Nach einer rasanten Abfahrt gelangten wir nach Klitoria, wo wir noch etwas fürs Abendessen einkauften. Reichlich Wasser durften wir später bei einer Familie beziehen, die zusammen draußen vor ihrem Haus saß. Vollbeladen ging es den nächsten Anstieg hoch. Es war schon spät geworden. Notdürftig versteckten wir uns auf einer Wiese oberhalb einer Kurve. Kein ideales Plätzchen, zumal immer wieder große, haarige Raupen wie aus heiterem Himmel auftauchten. Selbst auf dem Zelt krabbelten diese Tiere entlang. Da es außerdem begann, leicht zu regnen, verkrochen wir uns schnell ins Zelt.

Das schöne Wetter war am nächsten Morgen wieder zurück. Während wir auf dem zentralen Dorfplatz frühstückten, konnten wir beobachten, wie sich ein älterer, alkoholisierter Mann und eine Supermarktbesitzerin lautstark stritten. Er wollte Bier bei ihr kaufen, was sie aber ihm verweigerte. Womöglich mangels Geld oder aufgrund seines Zustandes. Stattdessen bekam er sein Getränk in der Dorfschänke gegenüber. Wir blieben von ihm nicht unentdeckt. So stand er bald vor uns und sprach uns an, woher wir kämen. Da seine sinnlose Konversation im gebrochenen Englisch kaum zu verstehen war, versuchten wir ihn zu ignorieren. Dennoch gesellte er sich wieder zu uns. Um so deutlicher wurde, dass er eigentlich nur Geld für sein Bier von uns schnorren wollte. Wir packten daraufhin rasch unsere Sachen zusammen und entflohen der unangenehmen Situation.

Die Straße schlängelte sich rauf und runter durch die Berglandschaft bis zum Ladnos Stausee. Gerne hätte Nadine ein Fußbad im See genommen. Doch aus hygienischen Gründen, das klare Wasser wird sicherlich als Trinkwasser genutzt, verzichtete sie darauf.
In Trópea setzten wir uns in ein Bistro. Die Pause mit einem kühlen Getränk sowie erfrischenden griechischen Salat tat uns gut. Im nächsten Dorf endete die ausgebaute Straße, sodass wir quasi in eine Sackgasse gelandet waren. Der Ort war wie ausgestorben, kein Mensch zu sehen. Es müsste doch einen Weg ins Tal geben, überlegten wir. Zufällig trafen wir jemanden, der uns die weitere Strecke erklären konnte. Nach der steilen Abfahrt waren wir also wieder auf Kurs. Endlich konnte ich mal eine dieser flinken grünen Echsen fotografieren. Meist verschwanden sie ganz schnell ins Gebüsch, wie auch Schlangen, die wir nur ganz selten gesehen haben. Die Tiere sind nämlich äußerst scheu. Auf nach Olympia! Spät, müde und hungrig trafen wir im historischen Ort ein. Wir nahmen direkt den ersten Campingplatz. Dieser war zwar preiswert, aber die Sanitäranlage eine Katastrophe. Wenigstens durften wir uns an den Orangenbäumen bedienen. Bevor wir am nächsten Morgen aufbrachen, füllten wir unsere Taschen mit reichlich olympischen Orangen. Als erstes gingen wir ins Archäologische Museum, das an diesem Tag nicht nur von vielen Touristen, sondern auch von einigen Schulklassen besucht wurde. In 12 Räumen sind die ausgegrabenen Fundstücke der antiken Kultstätte ausgestellt. Besonders bekannt sind die Darstellungen von Zeus, die Nike des Paionios sowie die Hermes Statue des Praxitles. Bereits in der Antike nutzten die Götter mobile Telefone, wie im obigen rechten Bild zu erkennen. Die Bildhauer der Statuen achteten eindrucksvoll auf gewisse Details, insbesondere auf die weibliche und männliche Schönheiten. Der große Bildhauer Praxiteles "hat dem Gesicht des Gottes olympische Gelassenheit und dem nackten Körper eine unvergleichliche Harmonie verliehen. Dabei unterstreicht die Politur der Oberfläche den Reiz und Zartheit der Einzelformen im Werk" [Quelle: Infotafel im Museum].
Olympia, das Heiligtum des Zeus und Austragungsort der Olympischen Spiele der Antike, wurde durch ein schweres Erdbeben im 6. Jahrhundert nach Christus vollständig zerstört. Wir schauten uns das weitläufige Gelände der alten olympischen Stätte an. Delphi hatte uns dagegen irgendwie besser gefallen. Hier einige Bilder:

Philippeion:

Stadion: Tempel des Zeus: Werkstatt des Pheidias: