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Wir verabschiedeten uns herzlich vom Hotel und verliessen halb orientierungslos im dichten Strassenverkehr die Metropole. Bessere Luft gab es erst im 40km entfernten Jesik, wo der Verkehr dann deutlich abnahm. In Türgen deckten wir uns mit leckerem, frischem Fladenbrot und Gemüse ein und bogen dann ins Türgental ab. Die asphaltierte Strasse schlängelte sich am Fluss Turgen entlang und führte in den Ile-Alatau Nationalpark.
Auf einem der vielen Picknickplätze schlugen wir unser Zelt auf und kochten ein grosse Portion Kartoffeln. Dazu gab es einen traditionellen Tomaten-Gurkensalat.

Am nächsten Tag begann dann die sogenannte Radwanderung. Nach wenigen Kilometern endete die Asphaltstrasse. Von dort an mussten wir unsere schwer bepackten Räder den extrem steilen Anstieg zum längs geschlossenen Tien Schan Observatorium hochschieben. Am späten Nachmittag endlich oben auf 2'600m Höhe angekommen genossen wir die fantastische Aussicht. Während wir uns mit Porrige stärkten, kam ein Geländewagen vorbei. Der Fahrer begrüsste uns und fragte sogar auf Englisch, woher wir kommen.

Inzwischen zogen Wolken auf, der kühle Wind drängte uns zum Weiterfahren. Auf der Erdpiste rollte es wieder gut, schnell zogen wir an Jurten sowie Schaf-, Kuh- und Pferdeherden vorbei. In der tiefstehenden Herbstsonne leuchtete das braune Gras schön goldig. So wurde es Zeit, ein Schlafplatz zu suchen, was in der zerklüfteten Bergregion nicht ganz so einfach war. Direkt mitten in den verschiedenen Viehherden wollten wir auch nicht gerade übernachten.
Da kam uns ein Reiter entgegen, bei dem wir uns die Erlaubnis baten, unten am Fluss unser Zelt aufschlagen zu dürfen. Kein Problem, gab er uns zu verstehen. Kurzerhand schoben wir unsere Velos waghalsig den kurzen, steilen Abhang zum Fluss herunter und bauten im verbliebenenen Restlicht unser Zelt auf. Gekocht wurde dann im Dunkeln. Später konnten wir in klarer Sicht einen beeindruckenden Sternenhimmel bestaunen.

Spät, erst als die Sonne über der gegenüberliegenden Bergflanke hinüberblinzelte, krochen wir aus dem Zelt. Es war so kalt, dass in der Nacht sich sogar Eis in den Trinkflaschen gebildet hatte. Doch bald wärmte uns die Sonne auf. Beim Frühstück beobachteten wir eine Pferdeherde auf der anderen Flussseite, wobei ein sehr aktiver Hengst besonders auffiel.
Der einsame Weg führte uns aus dem Assy-Plateau hinaus in ein weites Seitental. Immer wieder kamen wir in Sichtweite an Jurten und den zugehörigen Herden vorbei. Der Weg wurde immer steiler und unbefahrbarer, sodass wir von unseren Rädern absteigen und zu Fuss weiter gehen mussten. Für drei Hirten auf ihren Pferden, die eine grosse Herde von mindestens 150 Rössern trieb, war unsere Begegnung eine lustige Abwechslung. Mühevoll stiessen wir unsere Velos den Berg hinauf. Das Wetter verschlechterte sich. Wind und Schauerwolken zogen auf, kurz vor der Passhöhe fing es sogar an zu schneien. Das hiess für uns, dass wir so schnell wie möglich vom Berg runter mussten.
Kaum erkennbar schlängelte sich auf der anderen Bergseite ein schmaler, kaum befahrbarer Pfad ins Tal. Mit ständig angezogenen Bremsen balancierte Frank das voll beladene Velo holpernd zwischen Steinen und Löchern, während Nadine bevorzugte, sicherheitshalber zu Fuss mit dem Velo hinabzugehen. Es war zwar bewölkt und kühl, aber immerhin ist der Regen weggezogen.

Zwischen abendteuerlichen Abschnitten und atemberaubener Aussichten über das weite Land, das aussah wie wie eine Mondlandschaft, ging es mal rauf, jedoch meist runter. Schliesslich unten angekommen, fanden wir zum Glück sofort eine schöne Wiese direkt an einem Fluss, der sich tief ins Tal eingegraben hat. Dort konnten wir unser Zelt für die nächste Nacht aufschlagen.