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Seit drei Tagen begleitete uns ein treuer Hund auf Tritt und Schritt und wich zu keiner Zeit von unserer Seite. Was mag ihn dazu bewegt haben, wo kam er her, rätselten wir.

Ein ruhiger Typ, anhänglich, aber dennoch so scheu, dass er sich überhaupt nicht streicheln oder annähern liess. Für die Kasachen sind Hunde weniger ein Haustier, sondern Arbeitstiere. Auffällig war, dass er, anders wie die Hirtenhunde, die auf uns zugerannt kamen, gar nicht auf Kommandos oder Zurufe reagierte.

Die Gegend bot ihm wenig Futter. Die an einer alten Jurtenstelle hinterlassenden Knochenreste eines Schafes, an die er knabberte, dürften ihn sicherlich nicht satt gemacht haben. Daher gaben wir ihm anfänglich etwas zu essen. Später mussten wir jedoch darauf verzichten, da wir selber kaum noch Lebensmittel hatten. Trotzdem blieb er unermütlich bei uns. Welch eine treue Seele.

Am Ende machte Frank sich schon Sorgen und befürchtete, den Hund bis in den Ort Karasaz tragen zu müssen. Aber unser Vierbeiner hielt tapfer durch. Er war sichtlich abgekämpft und abgemagert, die Rippen zeichneten sich deutlich ab. Kein Wunder nach der Leistung, eine Marathondistanz, also über 40km, ohne zu Essen sowie kaum etwas zu trinken zurückzulegen. Erstaunlicherweise versuchte er nicht, ein Tier zu reissen, weder Hühner noch Schafe, obwohl er die Chance dazu hatte.

Dafür hatten wir als Belohnung eine grosse Wurst besorgt, die wir ihm ausserhalb der Ortschaft geben wollten. Zum einen sollte dies nicht vor den Augen der Bewohner erfolgen. Zum anderen sollte die gute Wurst nicht von anderen Hunden streitig gemacht werden.

Gestärkt verliessen wir das Dorf. Wie bisher folgte uns unser Hund. Mit ein paar kleinen Stücken angelockt verschlang er die zerkleinerte Wurst, die ihm wohl geschmeckt haben durfte. Die Belohnung hatte er sich wahrlich verdient.
Wir nutzten die Gelegenheit, ihn somit schweren Herzens los zu werden und ohne grosse Verabschiedung so schnell wie möglich davonzufahren. Ihn mitzunehmen, selbst nur bis Almaty, war keine Option. Dort zu lassen, erschien uns für ihn das Beste.

Hoffen wir, dass es ihm gut geht.